Donnerstag, 15. August 2024

INVESTCON-Interview mit Preisträger Markus Sikora (Investcon Finance Award – Bachelorarbeit)


Quelle: Markus Sikora

Investcon: Herr Sikora, wir gratulieren Ihnen ganz herzlich zu Ihrer Bachelorarbeit. Die Jury des heurigen Investcon Finance Award hat Ihre Arbeit besonders gewürdigt. Sie wählten als Thema „Untersuchung der Eignung der Krypto-Asset-Klasse ‚Security Token‘ als Kapitalinstrument am Beispiel der Begebung von Anleihen“. Was hat Sie an diesem Thema persönlich gereizt?

Markus Sikora: Erstmals vielen Dank! Meine Motivation für diese Arbeit war einerseits die Beobachtung, dass sich hauptsächlich Staaten und große Unternehmen des Kapitalinstruments „Anleihe“ bedienen und andererseits, dass das Thema „Blockchain“ deutlich mehr Facetten hat, als dies die mediale Berichterstattung vermuten lässt, die sich meist nur auf das kontroverse Phänomen der „Kryptowährungen“ konzentriert. Mich interessierte, unter welchen Voraussetzungen die vielfältige Blockchain-Technologie geeignet wäre, das Kapitalinstrument „Anleihe“ auch für KMUs interessant zu machen und welche Vor- und Nachteile sich für die Beteiligten (z. B. auch Banken) ergeben würden.

Investcon: Und können Sie für unsere Leser Ihre gewonnenen Erkenntnisse kurz zusammenfassen?

Markus Sikora: Die Arbeit zeigt, dass die Blockchain-Technologie - konkret die Krypto-Asset-Klasse ‚Security-Token‘ - tatsächlich geeignet ist, Anleihen mittels Token abzubilden und begeben zu können. Die Eigenschaften von Token lassen dabei eine hochgradig standardisierte und theoretisch beliebig kleinteilige Anleihebegebung zu. Damit kann der Anleihebegebungsprozess weitgehend automatisiert werden, wodurch die Effizienz des Gesamtprozesses deutlich erhöht werden kann. Durch die gesteigerte Effizienz und Automatisierungsmöglichkeit eröffnet sich auch für kleine und mittlere Unternehmen die Chance, selbst als Emittenten am Anleihemarkt aufzutreten. Anreiz hierfür könnte auch die zusätzliche, optionale Ausgestaltung der tokenisierten Anleihe als Kundenbindungsinstrument sein, was für Retail-Unternehmen von Relevanz ist. Außerdem ermöglicht die zu Grunde liegende Technologie auch quasi automatisch eine Sekundärmarktfähigkeit der Anleihe-Token. Die Arbeit beschäftigt sich darüber hinaus mit dem Thema, dass sich auch für Unternehmen wie FinTechs die Chance bietet, sich als Dienstleister für Anleihebegebungsprozesse für KMUs zu spezialisieren. Banken könnten sich ebenfalls als Dienstleister für Anleihebegebungsprozesse spezifisch für KMUs neu aufstellen und so den Markt auf Emittentenseite innovativ erweitern. Die Vorteile von Banken gegenüber FinTechs hinsichtlich der Faktoren Seriosität und Vertrauen (insbesondere durch ihre starke Know-how-Position im Bereich Regulatorik, Compliance und Kundenschutz) sind dabei als große Chance zu werten.

Investcon: Wo sehen Sie in diesem Zusammenhang noch weiteren Forschungsbedarf?

Markus Sikora: Angesichts der bisherigen Ergebnisse und Erkenntnisse lassen sich demonstrativ einige Bereiche identifizieren, in denen weiterer Forschungsbedarf besteht:

·         Regulatorische Entwicklungen und Herausforderungen: Weitere Forschung könnte sich auf die spezifischen regulatorischen Anforderungen und deren Auswirkungen auf die praktische Implementierung und Skalierbarkeit von Security-Token-Anleihen konzentrieren. Es wäre auch wertvoll, länderspezifische Unterschiede und deren Implikationen zu untersuchen.

·         Marktakzeptanz und Nutzerverhalten: Weitere Studien könnten sich auf die Analyse des Marktverhaltens und der Akzeptanzbarrieren fokussieren. Es wäre interessant zu erforschen, wie verschiedene Marktteilnehmer auf tokenisierte Anleihen reagieren und welche Anreize geschaffen werden müssten, um eine breite Akzeptanz zu fördern.

·         Wirtschaftliche Auswirkungen und Kosten-Nutzen-Analyse: Eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse der Implementierung von Security Token für verschiedene Arten von Unternehmen (z. B. KMUs vs. Großunternehmen) könnte aufzeigen, in welchen Bereichen die größten wirtschaftlichen Vorteile liegen.

·         Interoperabilität und Standardisierung: Die Schaffung von Standards und die Förderung der Interoperabilität zwischen verschiedenen Blockchain-Plattformen und traditionellen Finanzsystemen sind entscheidend für den Erfolg von Security Token. Forschungsarbeiten könnten sich auf die Entwicklung und Implementierung solcher Standards konzentrieren, um die breite Akzeptanz und Integration zu erleichtern.

Es freut mich übrigens, dass basierend auf meiner Bachelorarbeit nun auch eine Masterarbeit an der JKU durchgeführt wird, die das in der Bachelorarbeit dargelegte und untersuchte fachlich-organisatorische Konzept konkret implementiert (Entwicklung eines funktionalen Prototypen).

Investcon: Wenn Sie an Ihr Studium an der Johannes-Kepler-Universität denken: was war da Ihr bislang schönstes Erlebnis?

Markus Sikora: Es ist sicherlich schwierig, von einem schönsten Erlebnis zu sprechen. Zu den besonderen Momenten in einem Studium zählen für mich jedenfalls solche, in denen man mit Freunden das Hochgefühl über das Bestehen einer schwierigen Prüfung teilt, auf die man lange Zeit gemeinsam hingearbeitet hat.

Investcon: Verraten Sie uns Ihre Pläne für die Zukunft?

Markus Sikora: Zurzeit bin ich Trainee im Portfoliomanagement bei “Kepler-Fonds” in Linz. Mein natürliches nächstes Ziel ist eine Stelle als Portfoliomanager. Jedenfalls begeistern mich die Finanzmärkte und ich sehe mich auch in Zukunft in diesem Tätigkeitsbereich. Und wer weiß, vielleicht begegnen mir dabei irgendwann tokenbasierte Anleihen.

Investcon: Herr Sikora, vielen Dank für das Interview, alles Gute für Ihre Masterarbeit und vielleicht auf ein baldiges Wiedersehen beim InvestCon Finance Award.



Die Analyse dient nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Konsultieren Sie vor Anlageentscheidungen Ihren INVEST-CON Berater.

  

Disclaimer: Die angeführten Informationen dienen lediglich der unverbindlichen Information, stellen kein Angebot zum Kauf oder Verkauf der genannten Finanzinstrumente dar und dürfen auch nicht so ausgelegt werden. Die Informationen dienen nicht als Entscheidungshilfe für rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen. Jeder, der diese Daten zu diesen Zwecken nutzt, übernimmt hierfür die volle Verantwortung. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass Investitionen in die beschriebenen Finanzinstrumente mit Risiken verbunden und nicht für jeden Anleger geeignet sind. Soweit Informationen zu einer bestimmten steuerlichen Behandlung gegeben werden, weisen wir darauf hin, dass die steuerliche Behandlung von den persönlichen Verhältnissen des Anlegers abhängt und künftig Änderungen unterworfen sein kann. Die INVEST-CON Group Beteiligungs GmbH und ihre verbundenen Unternehmen  geben ausschließlich ihre Meinung/en wieder und übernehmen keine Garantie für die Korrektheit, Zuverlässigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der genannten Informationen. Es besteht keine Verpflichtung zur Richtigstellung etwaiger unzutreffender, unvollständiger oder überholter Angaben. Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter: group.invest-con.at









Donnerstag, 8. August 2024

INVESTCON-Interview mit Preisträgerin Franziska Wazinger (Investcon Finance Award – Masterarbeit)

Franziska Wazinger

Investcon: Frau Wazinger, wir gratulieren ganz herzlich zu Ihrer preisgekrönten Masterarbeit. Sie haben die Arbeit dem Thema „Inflationsgeschützte Portfolios“ gewidmet und wurden dafür von der Jury mit dem Investcon Finance Award 2024 ausgezeichnet. Was hat Sie veranlasst, dieses Thema zu wählen?

FW: Herzlichen Dank! Die Arbeit im Bereich Asset Management zu schreiben, war für mich von Vornherein klar. Das genaue Thema hat sich dann aufgrund der Aktualität der Thematik ergeben. Zur Zeit der Themensuche war die Inflations-Problematik gerade das Thema und für mich auch gerade deshalb sehr spannend, da ich eine solche Phase zum ersten Mal miterlebt habe. Da hohe Inflation wie bekannt die Kaufkraft mindert, hat es mich interessiert, der Frage nachzugehen, ob es eine wirksame Möglichkeit gibt, Vermögen durch ausgewählte Anlagen gegen den Inflations-induzierten Kaufkraftverlust abzusichern.

 

Investcon: Bei Ihrer Arbeit haben Sie sowohl die aktuelle Literatur analysiert als auch eine empirische Untersuchung durchgeführt. Was ist dabei herausgekommen?

FW: Den besten Inflationsschutz sowie zudem eine äußert attraktive Rendite in der von mir untersuchten Hochinflationsphase boten Rohstoffe und im Speziellen der Energie-Sektor, was natürlich darauf zurückzuführen ist, dass die kürzliche Inflationsphase stark von den Energiepreisen geprägt war. Daneben konnten aber auch nicht-zyklische Konsumgüter und das Gesundheitswesen gegen Inflation absichern. Das wohl interessanteste Resultat war, dass auch breitgestreute US-Aktien, wie z.B. der S&P 500, über die gesamte Inflationsperiode einen wirksamen Schutz boten.

 

Investcon: Im letzten Teil Ihrer Arbeit wiesen Sie auch auf Forschungslücken hin. Wo konkret orten Sie noch weiteren Forschungsbedarf?

FW: Meine Analyse fokussierte sich insbesondere auf die kürzliche Hochinflationsperiode von Mai 2021 bis Juli 2023, was zur Folge hat, dass bspw. der Energiesektor als Inflationstreiber auch einen sehr guten Inflationsschutz bot. Weiteren Forschungsbedarf sehe ich darin, verschiedene Hochinflationsphasen der Vergangenheit gemeinsam zu untersuchen, um eine allgemeinere Aussage treffen zu können, welche Anlageklassen bzw. Sektoren eine Absicherung bieten - unabhängig von den jeweiligen Inflationstreibern.

 

Investcon: Wenn Sie an Ihr Studium an der Johannes-Kepler-Universität denken: was war da Ihr bislang schönstes Erlebnis?

FW: Erfolge zu feiern. Der Abschluss meines Masters und die Zusage zur Universitätsassistenten-Stelle und mein somit vorerst weiterer Verbleib an der JKU zählen definitiv zu meinen Highlights, aber auch die Auszeichnung mit dem Investcon Finance Award, da es als Anerkennung für die eigene Arbeit dient.

 

Investcon: Verraten Sie uns Ihre Pläne für die Zukunft?

FW: Sehr gerne. Ich habe im Herbst nach Abschluss meines Masters mit dem Doktorat begonnen, wobei ich Teilzeit als Universitätsassistentin am Institut für betriebliche Finanzwirtschaft und Teilzeit im Anleihen-Portfoliomanagement einer oberösterreichischen KAG tätig bin. Nach Ende des Doktorats könnte ich mir sowohl einen weiteren beruflichen Weg in der Praxis des Asset Managements, als auch in der Forschung vorstellen - oder eine Mischung aus beidem, aber ich bin guter Dinge, dass sich das noch rechtzeitig weisen wird.

 

 

Die Analyse dient nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Konsultieren Sie vor Anlageentscheidungen Ihren INVEST-CON Berater.

  

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Donnerstag, 1. August 2024

INVESTCON-Interview mit Preisträgerin Anna Gappmaier (Investcon Finance Award – Dissertation)

Quelle: Anna Gappmaier

Investcon: Frau Dr. Gappmaier, vorab herzliche Gratulation zu Ihrer hervorragenden Dissertation. Ihre Arbeit zum Thema „Der Einfluss von ESG auf das Kreditrisiko – Eine Analyse europäischer Unternehmensanleihen“ wurde von der Jury mit dem Investcon Finance Award für die beste Dissertation ausgezeichnet. Warum haben Sie sich gerade diesem Thema gewidmet?

Anna Gappmaier: Ich habe bereits im Masterstudium die Notwendigkeit gesehen, im Bereich ESG (Environmental, Social, Governance) zu forschen und das hat mich motiviert ein Doktorat zu beginnen. Denn gerade im Doktorat hat man dann die Zeit, sich tief mit einem Thema auseinander zu setzen. Für den Themenbereich ESG war die intrinsische Motivation ganz klar gegeben und ich denke das bildet eine wichtige Grundlage, auch in Bezug auf das Durchhaltevermögen. Im Bereich ESG sah ich die Forschungslücke vor allem im Bereich des Kreditrisikos.

 

Investcon: Sie haben sich bei Ihrer Arbeit nicht nur auf die Analyse der bisherigen Literatur beschränkt, sondern zusätzlich auch eine eigene empirische Untersuchung durchgeführt. Was ist dabei herausgekommen?

Anna Gappmaier: Ich habe die Auswirkung von ESG auf das Kreditrisiko europäischer Anleiheemissionen der Jahre 2012-2022 untersucht. Dabei zeigen sich bislang aber wenig bis keine Zusammenhänge. Das heißt die ESG-Performance eines Unternehmens zeigt tendenziell keinen minimierenden Effekt auf das Kreditrisiko. Sogar einen tendenziell negativen Effekt auf das Rating, sprich bessere ESG-Performance geht mit schlechterer Bonität einher. Erklärt werden kann das unter anderem damit, dass ESG meist hohe liquide Mittel für Investitionen bindet, es noch schwer ist eine gute ESG-Performance überhaupt zu messen und auch Ratingagenturen vor der Frage stehen, wie ESG "eingepreist" werden kann.

 

Investcon: Und wo sehen Sie in diesem Zusammenhang noch weiteren Forschungsbedarf?

 

Anna Gappmaier: Zuerst sehe ich eine disaggregierte Betrachtung, also die isolierte Betrachtung von Environmental, Social und Governance, als wichtig. Die aggregierte Betrachtung bzw. Vermischung der einzelnen Themenbereiche zu einer Kennzahl habe ich bereits versucht in meiner Dissertation aufzubrechen. Dennoch ergibt sich hier Bedarf, weiter in die Tiefe zu gehen. Da spielt aber die Datenverfügbarkeit und die Datenqualität eine Rolle. Meist ist es schwer nachvollziehbar, wie sich ESG-Ratings zusammensetzen, die die ESG-Performance eines Unternehmens widerspiegeln sollen. Mit den regulatorischen Anforderungen zur CSRD und den ESRS wird sich die Datenlage verbessern, vor allem für nicht börsennotierte Unternehmen, aber das dauert.

 

Investcon: Beruflich sind Sie derzeit ja in einer größeren oberösterreichischen Bank tätig. Verraten Sie uns Ihre Pläne für die Zukunft?

Anna Gappmaier: Ich beschäftige mich gerade in einem Team mit ESG aus einer Risikoperspektive. Dabei kann ich das in der Dissertation bereits erforschte weiter vorantreiben, vor allem aus einer zukunftsorientierten Perspektive der Risikosteuerung. Gerade die zukunftsorientierte Sichtweise ist im Bereich ESG so wichtig, an der man aber im reinen Forschungsbetrieb meist an der Datenlage scheitert. Da geht die Arbeit noch nicht so schnell aus! Allgemein möchte ich mich aber jedenfalls immer mit innovativen Themen auseinandersetzen, Neues erforschen und bestehende Denkmuster aufbrechen!

 

Investcon: Wenn Sie an Ihre Kolleginnen und Kollegen an der Johannes-Kepler-Universität denken: Welchen Rat für das Studium möchten Sie diesen mitgeben?

Anna Gappmaier: Wenn man hart arbeitet, dann lohnt sich das und man kann das Ziel erreichen! Jedoch wurde mir einmal der Rat gegeben, dass man auch die Reise genießen soll. Rückblickend gesehen, gewinnt man auch wieder Energie, wenn man zwischendurch den Spaß nicht vergisst und mit StudienkollegInnen den Campus genießt und dort vielleicht das eine oder andere Bier trinkt.

 

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Freitag, 26. Juli 2024

Nach Pleite der deutschen Mutter: Lebensversicherer stoppt Neugeschäft #Versicherungen #Konkurs #InvestconVorsorge #Investcon2024 #Skandia #FWU


[... Die FMA ordnete Maßnahmen zur Sicherung des laufenden Betriebs bei der Firma FWU in Österreich an. Der heimische Lebensversicherer FWU Life Austria AG hat wegen der Insolvenz der deutschen FWU AG sein Neugeschäft bis September 2024 eingestellt. "Der Grund für diese Entscheidung ist, dass FWU Life Austria die neue Situation bewerten und eine klare Strategie entwickeln will", so das Unternehmen laut einer Aussendung. Direkt betroffen sei der österreichische Ableger von der Insolvenz der deutschen FWU aber nicht. Durch die Unterbrechung des Neugeschäfts soll "verhindert werden, dass es zu Unsicherheiten bei Vertriebspartnern und potentiellen neuen Kunden hinsichtlich der Ausrichtung der FWU Life Austria kommt", schreibt die FWU weiter. Für bestehende Kunden und Geschäftspartner ändere sich durch die Insolvenz der deutschen Holding nichts. Bei der Entscheidung über das Neugeschäft hat auch die Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Rolle gespielt. Von deren Seite hieß es heute, die Aufsicht habe "Maßnahmen angeordnet, die den laufenden Betrieb und die Betreuung der Versicherungskunden der FWU Austria sicherstellen sollen. Bis auf weiteres wird die FWU Austria kein Neugeschäft eingehen." ...] Quelle: www.nachrichten.at


Investcon Group Beteiligungs GmbH Expertentipp: 




Die FWU Life Austria AG, vielen bekannt unter dem ehemaligen Namen "Skandia Versicherung", war früher der Marktführer bei fondsgebundenen Lebensversicherungen in Österreich. 

Es gab bereits mehrere Übernahmen der Skandia, zuletzt von der FWU AG Gruppe in Deutschland. Trotzdem wurde die österreichische Versicherungs AG als eigenständige Versicherung nach österreichischem Recht weitergeführt. Somit ist die Insolvenz der Muttergesellschaft in Deutschland, für die KundInnen in Österreich belanglos.

Bis die Masseverwaltungs- und neue möglichen Eigentumsverhältnissen geklärt sind, ändert sich für Bestandskunden nichts. Das Geld ist durch die Sondervermögensregelung in Österreich rechtlich vollkommen abgesichert. Womöglich kommt es zu Änderungen bei den hauseigenen Fonds der FWU. 

Unsere staatlich geprüften BeraterInnen werden Sie diesbezüglich immer am laufenden halten.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Berater.

Ihr Investcon Team




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Donnerstag, 25. Juli 2024

INVESTCON-Interview mit Preisträgerin Philumena Bauer (Investcon Finance Award – Masterarbeit)

Quelle: Philumena Bauer

Investcon: Frau Bauer, herzliche Gratulation zu Ihrer Masterarbeit zum Thema „Sustainability Reporting in der Automobilindustrie“. Damit erzielten Sie beim heurigen Investcon Finance Award einen Spitzenplatz und wurden von der Jury besonders ausgezeichnet. Warum haben Sie sich gerade diesem Thema gewidmet?

Bauer: Ich habe mich für das Thema „Sustainability Reporting in der Automobilindustrie“ entschieden, weil das Thema der Nachhaltigkeit in dieser Branche zunehmend an Bedeutung gewinnt und eine entscheidende Rolle für die Zukunftsfähigkeit von Automobilunternehmen spielt. Das Thema der Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Automobilindustrie ist wichtig, weil es Transparenz über ökologische und soziale Auswirkungen schafft, das Vertrauen der Stakeholder stärkt und Unternehmen dabei hilft, nachhaltige Praktiken zu implementieren. Ich wählte dieses Thema, um zu analysieren, welche nachhaltigen Inhalte die Automobilunternehmen aktuell offenlegen und welche nachhaltigen Entwicklungen es in der Automobilindustrie gibt.


Investcon: Sie haben im Zuge eines Literatur-Reviews und einer ausführlichen Inhaltsanalyse die Schwerpunkte, Entwicklungen und Berichtsinhalte zahlreiche Nachhaltigkeitsberichte identifiziert, analysiert und miteinander verglichen. Was ist dabei herausgekommen?

Bauer: Die Ergebnisse bieten einen Einblick in den aktuellen Stand nachhaltiger Praktiken in der Automobilindustrie. Während die Nachhaltigkeitsberichterstattung in dieser Branche weitgehend etabliert ist, zeigt die qualitative Analyse, dass eine umfassende Berichterstattung über ökologische, ökonomische und soziale Inhalte noch ausbaufähig ist. Obwohl viele Unternehmen die GRI-Standards anwenden, um ihre Berichterstattung zu standardisieren und eine breite Palette von Indikatoren offenlegen, fehlt es an konsistenter und umfangreicher Berichterstattung. Während die Berichterstattung sich im Bereich der Allgemeinen Angaben (Eckdaten der Unternehmen) am ausführlichsten erweist, werden die soziale Inhalte am wenigsten behandelt, gefolgt von ökologischen Inhalten. Die Ergebnisse zeigen hingegen auch einen starken Fokus auf alternative Antriebskonzepte wie Elektromotoren zur Bewältigung von Klimaproblemen und Treibhausgasemissionen. Auch Technologien wie Brennstoffzellen, Erdgas, Biogas, Solarenergie sowie Hybridfahrzeuge werden behandelt. Die meisten Unternehmen adressieren zudem die 17 Sustainable Development Goals (SDGs), wobei im Rahmen der Analyse ein besonderer Fokus auf SDG 8 "Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ sowie auf SDG 12 "Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion" festgestellt wurde.

 

Investcon: Und wo sehen Sie in diesem Zusammenhang noch weiteren Forschungsbedarf?

Bauer: Die Diplomarbeit wirft die Frage auf, wie die Automobilindustrie mit den zukünftigen Herausforderungen umgehen wird, um sich als klimaneutrale Branche zu etablieren. Eine umfassendere Nachhaltigkeitsberichterstattung, insbesondere durch die Integration von ESG- (Environmental, Social, Governance)-Kriterien in die Berichterstattung, könnte Unternehmen der Automobilindustrie dabei helfen, ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen besser zu verstehen, ihre Reputation zu verbessern, Investoren anzuziehen und regulatorischen Anforderungen, wie der aufkommenden Corporate Sustainability Reporting Direktive (CSRD), gerecht zu werden. Durch die Einbeziehung von Stakeholder-Feedback, transparente Datenaufzeichnungen und umfassende Umwelt- und Sozialaudits können sie Vertrauen aufbauen und langfristige Nachhaltigkeit fördern, während sie gleichzeitig eine positive Wirkung auf die Gesellschaft und die Umwelt erzielen. In Zukunft besteht Forschungsbedarf bezüglich der Umsetzung der CSRD, Langzeitvergleiche der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie der Untersuchung von Steuerungspraktiken und -mechanismen zur Verbesserung nachhaltiger Unternehmenspraktiken in der Automobilindustrie.


Investcon: Wenn Sie nun Ihr Studium revue passieren lassen: Was hat Sie persönlich dabei nachhaltig beeindruckt?

Bauer: Ich habe Wirtschaftspädagogik und Wirtschaftsrecht an der JKU studiert und möchte hervorheben, dass das Studium der Wirtschaftspädagogik in gewisser Weise nachhaltig ist, weil es zukünftige Lehrkräfte ausbildet und die wirtschaftlichen Kompetenzen sowie nachhaltiges Denken fördert. Das trägt dazu bei, kommende Generationen für verantwortungsvolles Wirtschaften und nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren, was langfristig zu einer nachhaltigeren Gesellschaft und Wirtschaft führen kann. Aber auch der Campus der JKU steigert sich im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung. Die JKU setzt auf Energieeffizienz, erneuerbare Energien und nachhaltige Bauweise.


Investcon: Wenn Sie an Ihre Kolleginnen und Kollegen an der JKU denken: Welchen Rat für das Studium möchten Sie diesen mitgeben?

Bauer: Die JKU ist eine fantastische Universität mit zahlreichen Möglichkeiten, einem wunderschönen Campus und beeindruckenden neuen Gebäuden. Hier erwarten einem nicht nur erstklassige akademische Programme, sondern mittlerweile auch ein breites Spektrum an Sportmöglichkeiten. Wichtig ist in meinen Augen, sich selbst in der Studienzeit nicht zu sehr unter Druck zu setzen, sondern das Studentenleben in vollen Zügen zu genießen. Jeder sollte Erfolge genauso wie Misserfolge feiern und neue Freundschaften knüpfen. Man sollte jede Gelegenheit nutzen, um das Studentenleben in all seinen Facetten zu erleben, denn die Studienzeit an der JKU ist eine einzigartige und unvergessliche Erfahrung, man studiert ja schlussendlich nur einmal im Leben ;-)

Investcon: Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute weiterhin.



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Donnerstag, 18. Juli 2024

INVESTCON-Interview mit Preisträger Lukas Pernegger (Investcon Finance Award – Bachelorarbeit)

Investcon:

Quelle: Lukas Pernegger
Herr Pernegger, herzliche Gratulation zu Ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Unterdiversifikation – Renditeverlust durch Portfoliozusammensetzung“. Die Jury beim heutigen Investcon Finance Award hat Sie dabei besonders ausgezeichnet. Warum haben Sie sich gerade diesem Thema gewidmet? 

Pernegger: Vielen Dank für die Glückwünsche. Diversifikation ist ein zentrales Konzept im Portfoliomanagement, mit dem das Risiko stark reduziert werden kann, ohne Renditeverluste in Kauf nehmen zu müssen. Trotzdem nutzen viele Anleger diese Möglichkeit nicht oder nur unzureichend aus und gehen dadurch unnötig hohe Risiken ein. Deshalb war es für mich besonders spannend, die Gründe hinter diesen irrationalen Entscheidungen zu untersuchen und gleichzeitig auch herauszufinden wie sich das konkret auf die Renditen auswirkt.


Investcon: Und können Sie für unsere Leser Ihre gewonnenen Erkenntnisse kurz zusammenfassen?

Pernegger: Die benötigte Anzahl an unterschiedlichen Wertpapieren im Portfolio für eine optimale titelspezifische Diversifikation variiert je nach Studie stark. Während in früheren Untersuchungen noch 10 Wertpapiere für ausreichend gehalten wurden, hat sich diese Anzahl mittlerweile auf 40 bis 50 erhöht.  Der Mittelwert an tatsächlich gehaltenen Wertpapieren liegt hingegen laut einer deutschen Studie bei etwa 7 Stück und somit deutlich unter der optimalen Anzahl. Diese Unterdiversifikation führt zu einem durchschnittlichen Renditeverlust zwischen 1,1% und 2,04% pro Jahr.

Ähnlich verhält es sich bei der internationalen Diversifikation, also der Aufteilung der Investments auf mehrere Länder und Regionen. Auch hier sind die meisten Anleger zu stark am heimischen Markt investiert und verlieren dadurch je nach Volatilität und Hedging des Wechselkursrisikos durchschnittlich zwischen 0,32% und 1,8% an Rendite pro Jahr gegenüber dem Marktportfolio.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass Privatanleger:innen sowohl titelspezifisch als auch international deutlich unterdiversifiziert sind und dadurch hohe Renditen verlieren. Für die meisten Anleger:innen wäre es somit ratsam in breit gestreute ETFs zu investieren, mit Hilfe derer sie vergleichsweise einfach und günstig eine hohe Anzahl an unterschiedlichen Wertpapieren aus unterschiedlichen Regionen halten können.

Investcon: Wo sehen Sie in diesem Zusammenhang noch weiteren Forschungsbedarf? 

Pernegger: Einerseits wäre es interessant, wie man die Erkenntnisse aus der Behavioral Finance nutzen könnte, um Anleger dazu zu bewegen ihre Portfolios besser zu diversifizieren und dadurch die Renditeverluste zu reduzieren.

Ebenso wäre es spannend, die Rolle von KI und Machine Learning bei der Portfoliooptimierung in Bezug auf Diversifikation genauer zu untersuchen. Hierbei wäre es besonders interessant, wie diese Technologien trainiert und genutzt werden können, um individuell angepasste Diversifikationsstrategien für Privatanleger:innen zu entwickeln.

Investcon: Wenn Sie an Ihr Studium an der Johannes-Kepler-Universität denken: was war da Ihr bislang schönstes Erlebnis?

Pernegger: Der schönste Moment war ehrlicherweise der Abschluss des Studiums. Nach 3 Jahren intensiver Arbeit, zahlreichen Prüfungen und auch 2 nicht ganz so einfachen Home-Learning Semestern das Bachelorstudium abzuschließen war schon ein besonderer Moment.

Investcon: Verraten Sie uns Ihre Pläne für die Zukunft?

Pernegger: Ich habe an das Bachelorstudium direkt den Master Finance & Accounting drangehängt und bin mittlerweile auch schon auf der Zielgeraden. Im Rahmen der Masterarbeit darf ich mich hier schon dem nächsten spannenden Thema widmen nämlich „Wie erkennt man spekulative Blasen?“.

Investcon: Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute nun für die Masterarbeit.



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Freitag, 7. Juni 2024

Gütesiegel Top Berater 2024 😍

[... Bereits zum zweiten Mal hat das Institut für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF Austria) die öffentliche Reputation österreichischer Berater untersucht, in Kooperation mit dem KURIER als Medienpartner. Die Analyse konzentrierte sich auf Unternehmen, die ihren Fokus und Stammsitz in Österreich haben.

Für die Studie wurden rund 2.500 Unternehmen aus den Branchen Steuerberatung, Finanzberatung, Versicherungsberatung, IT-Beratung, HR-Beratung, Personalvermittlung, Personalleasing und Unternehmensberatung untersucht. "Das IMWF führt seit Jahren vergleichende Kommunikationsanalysen durch. Wir messen dabei den Ruf der Unternehmen in der Öffentlichkeit. Dazu analysieren wir sämtliche öffentlich zugängliche Aussagen und Bewertungen zu den Unternehmen und stellen diese gegenüber. So erhalten wir ein Gesmatbild zu den verschiedenen Branche nund ein Ranking der Besten. Die ausgezeichneten Berater haben also den besten Ruf in ihrem jeweiligen Feld", sagt der Axel Maireder, Geschäftsführer IMWF Austria. ...] Quelle: www.kurieranzeigen.at

Bildquelle: ©Kurier



Wir bedanken uns herzlich bei unseren treuen KlientInnen, unseren engagierten  GeschäftspartnerInnen und dem Kurier, für die tolle Unterstützung. Denn ohne sie hätten wir diese Auszeichnung nicht bekommen. 💪 Top-Berater 2024 😍



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